Aug. 08
Neuer Firmensitz in Hamburg-Winterhude

Neuer Firmensitz in Hamburg-Winterhude: Wie wollen wir heute arbeiten?

Wir sind angekommen: Unser neuer Firmensitz ist in Hamburg-Winterhude. Damit haben wir nicht nur eine neue Adresse, sondern auch einen Ort gefunden, der sehr gut zu der Art passt, wie wir Architektur verstehen und miteinander arbeiten.

Ein treuer Bauherr bezeichnete uns einmal liebevoll als „Boutique-Architekten“. Er kam besonders gern zu uns ins Büro, für wichtige Meilensteintermine ebenso wie für kurze Abstimmungen, klare Follow-ups oder eine Unterschrift unter einen Antrag. Was zunächst charmant und persönlich klingt, beschreibt tatsächlich ziemlich genau unseren Anspruch.

Wir möchten Architektur nicht anonym abwickeln. Wir begleiten Projekte ganzheitlich, nah am Bauvorhaben und mit hoher fachlicher Tiefe, von der ersten Idee bis zur Fertigstellung. Nicht die Anzahl unserer Projekte ist für uns entscheidend, sondern die Sorgfalt und Präzision, mit der wir auch komplexe Bauaufgaben durchdringen.

Unser neues Büro ist deshalb mehr als nur Arbeitsplatz. Es ist der Ort, an dem wir gemeinsam denken, diskutieren, entwickeln und Entscheidungen treffen. Und ein Ort für persönlichen Austausch mit unseren Bauherrinnen und Bauherren, Projektpartnern und Wegbegleitern.

Was muss ein Büro heute eigentlich leisten?

Diese Frage beschäftigt uns nicht nur bei unseren eigenen Räumen. Seit 2020 hat sich unser Blick auf Büroimmobilien grundlegend verändert. Homeoffice und hybride Arbeitsmodelle haben etablierte Strukturen infrage gestellt. Gleichzeitig stehen vielerorts Büroflächen leer, während in unseren Städten dringend Wohnraum und Räume für andere Nutzungen benötigt werden.

Die entscheidende Frage ist für mich deshalb längst nicht mehr nur: Wie wirtschaftlich ist eine Büroimmobilie heute? Sondern: Wie resilient und anpassungsfähig ist ein Gebäude wirklich?

Als ich mich vor fast zehn Jahren selbstständig machte, gehörten klassische Multi-Tenant-Office-Buildings zu meiner Arbeit. Genehmigung, Core & Shell, Ausbau – Bürogebäude folgten häufig klar definierten Nutzungsszenarien.

Mit den Veränderungen seit 2020 rückte plötzlich eine andere Frage in den Mittelpunkt: Was passiert mit diesen Gebäuden, wenn ihre ursprüngliche Nutzung nicht mehr funktioniert? Begriffe wie Leerstand, Rückbau und Stranded Assets wurden Teil der Diskussion. Gleichzeitig wurde sichtbar, welches enorme Potenzial in vielen dieser Immobilien steckt.

Vom Büro zum Lernort oder zum Wohnraum?

Bereits seit mehreren Jahren beschäftigen wir uns gemeinsam mit unseren Auftraggebern intensiv mit solchen Nutzungsänderungen und Transformationen. Unsere Projekte und Studien führten uns damit unter anderem nach Köln, Dresden und Kopenhagen.

Genau hier liegt heute einer meiner fachlichen Schwerpunkte und gleichzeitig meine große Leidenschaft: Bauen im Bestand, komplexe Umbauten, historische Sonderbauten und tiefgreifende Transformationen.

Denn ein Gebäude, dessen ursprüngliche Nutzung nicht mehr gefragt ist, hat nicht automatisch seinen Wert verloren. Aus ehemals starren Bürostrukturen können beispielsweise neue Lernorte entstehen. Und wenn wir Büroflächen erfolgreich für andere Nutzungen transformieren können, müssen wir auch ihr Potenzial für dringend benötigten Wohnraum betrachten.

Entscheidend ist dabei für uns ein Prinzip, das viele unserer Projekte prägt: minimaler Eingriff, maximale Wirkung.

Nicht alles muss entkernt, ersetzt oder neu gebaut werden. Vielmehr geht es darum, die vorhandenen Strukturen genau zu verstehen und nur dort einzugreifen, wo es funktional, technisch oder strukturell wirklich notwendig ist.

Bestand als Ressource für die Stadt von morgen

Gerade Bürogebäude können dadurch zu einem wichtigen Baustein der zukünftigen Stadtentwicklung werden. Gebäude müssen langfristig wandelbar sein. Sie sollten Veränderungen in Arbeit, Gesellschaft und Nutzung aufnehmen können, ohne dass bei jedem Wandel Abriss und Neubau zur vermeintlich einfachsten Lösung werden.

Für mich bedeutet resiliente Architektur deshalb auch, Gebäude nicht für einen einzigen Moment zu planen, sondern ihre Veränderungsfähigkeit mitzudenken.

Architektur entsteht im Austausch

Unser neues Büro soll dabei nicht nur unser Arbeitsplatz sein. Wir verstehen es auch als Ort der Begegnung.

Unser vielfältiges und international aufgestelltes Team bringt unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen zusammen. Wir stehen für eine offene und tolerante Unternehmenskultur, für Demokratie und gesellschaftliche Verantwortung. Unterschiedliche Lebensrealitäten und Sichtweisen gehören für uns zu einer zukunftsfähigen Architektur ebenso wie fachliche Kompetenz.

Und natürlich möchten wir auch weiterhin das sein, was unser Bauherr mit seinem Begriff der „Boutique-Architekten“ vermutlich gemeint hat: persönlich erreichbar, nah am Projekt und offen für den direkten Austausch.

Wenn Sie unser neues Büro kennenlernen möchten, kommen Sie uns gerne in Hamburg-Winterhude besuchen. Auf einen Spezialitätenkaffee aus Peru, einen Chai oder eine lokale Limonade und vor allem auf ein gutes Gespräch.

Unsere Tür steht offen. Wir freuen uns auf Sie.

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